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Eine Glosse von HALLO-Redakteur
Ewald Kremer

Er wird bis zu 2,40 Meter hoch. Die Oberfläche des Hutes ist glatt. Auf der Unterseite sind silberne Lamellen zu sehen, die bisweilen feuerrot anlaufen können. Der dünne Stil verdickt sich zum Boden stark und läuft hier in einer tonnenartigen Form aus. Das gibt dem Fungus Calor seine hohe Standfestigkeit. Hierzulande ist er auch als der „Gemeine Heizpilz“ bekannt.

Wenn die Temperaturen im Herbst langsam sinken, schießt der Heizpilz überall aus dem Boden. Insbesondere auch im städtischen Raum ist er anzutreffen. Hier hält er sich bis in die Wintermonate hinein. Die Art ist invasiv, breitete sich Anfang der 2000er Jahre aus Schweden kommend in ganz Mitteleuropa aus. Kein Wunder: Fungus Calor ist relativ anspruchslos und findet daher nahezu überall passende Lebensbedingungen.

In der Gastronomie schätzt man seine warme, einladende Art und betrachtet den Heizpilz als Nutzpflanze. Die Spezies wird aber auch kritisch gesehen, denn sie hat einen negativen Einfluss auf die Biodiversität und gefährdet heimische Arten wie die Kuscheldecke und das etwas vornehmere Plaid. Der Fungus Calor ist zudem als Klimakiller verrufen, weil er sehr energieaggressiv lebt und hohe Mengen C02 ausstößt. Mittlerweile gibt es Zuchten, die mit Öko-Strom betrieben werden. Sie können sich aber bislang noch nicht gegen die Gasfresser durchsetzen.

Weitaus gefährlicher als der Heizpilz ist der Spaltpilz. Er ist auf der ganzen Welt zuhause, scheint sich aber besonders im angelsächsischen Raum und in Nordamerika wohlzufühlen. Er vermehrt sich seit den 2010er Jahren sehr kräftig, wirkt stark zersetzend und ist nur schwer zu bekämpfen. So zeigt er sich resistent selbst gegen starke Gaben von Vernunft.

In Kombination wirken die beiden Pilzarten verheerend auf den Menschen, den sie als Wirtstier befallen haben. Das zeigt unter anderem ein prominentes Beispiel aus den USA. Internationale Pilz-Forscher vermuten, dass ein längerer Aufenthalt unter Heizpilzen zu einer explosiven Entwicklung des Spaltpilzes führen kann. Die so infizierten Menschen zeigen folgende Symptome: schlechte Frisur, eine fleckig-orange Gesichtshaut, fahrige Bewegungen und ein übersteigertes Selbstbewusstsein, das mit starken Eintrübungen der Intelligenz einhergeht. Mitunter droht der komplette Verlust des Sinnes für Realität. Die Wissenschaftler warnen: Wer derart erkrankt sei, solle weder Autos noch Nationen führen.

(aus HALLO Borken 10.2020)