BORKEN. Bei der Geldautomatensprengung heute Nacht in der Filiale der Deutschen Bank in der Mühlenstraße gelang es den Tätern, Geld aus dem beschädigten Automaten zu entnehmen. Das meldet die Polizei nach der Untersuchung des Tatorts durch die Spurensicherung. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter die Explosion mit Sprengstoff herbeigeführt haben. Dabei entstand ein erheblicher Schaden an dem Gebäude an der Mühlenstraße. Dieser liegt nach einer ersten Einschätzung bei mehr als 100.000 Euro. Das Haus ist jedoch weiterhin bewohnbar; die Bewohner können in den darin liegenden Wohnungen bleiben.

Die Ermittlungen der Kripo ergaben weiterhin, dass drei Täter beteiligt waren. Zwei von ihnen hatten die Sprengung im Gebäude vorgenommen. Ein dritter Täter hatte mit einem Fluchtfahrzeug auf seine beiden Komplizen gewartet. Der Audi RS 7 stand mit laufendem Motor an der Ecke Mühlenstraße/Am Papendiek. Dieser war dunkel lackiert, vermutlich schwarz. Die Täter entfernten sich damit in Richtung Heidener Straße. Vermutlich setzten sie ihre Flucht über die Bundesstraße 67 in unbekannte Richtung fort.

Die Polizei leitete sofort umfangreiche Maßnahmen ein, um nach den Tätern zu fahnden. Auch ein Polizeihubschrauber kam dabei zum Einsatz. Die Suche blieb noch ohne Erfolg. Die Polizei bittet um Hinweise. Dies gilt insbesondere für Autofahrer, denen der dunkle Audi im fraglichen Zeitraum zwischen 03.20 und 03.30 Uhr auf der B67 aufgefallen sein könnte. Wer entsprechende Beobachtungen gemacht hat, sollte sich umgehend mit der Kripo in Borken unter Tel. (02861) 9000 in Verbindung setzen.

Ein Nachbar hat die Täter bei der Flucht fotografiert. Er war nachts durch ungewohnte Geräusche auf der Mühlenstraße wach geworden, hatte sogar die Straße betreten, wo er von den Tätern aufgefordert wurde, sofort ins Haus zurückzukehren. Wenig später ereignete sich die Explosion.

Eine junge Frau, die über der Bank wohnt, sei ebenfalls von Stimmen auf der Straße geweckt worden, wie sie HALLO Borken berichtete. Sie sei ans Fenster getreten, um die Ursache der nächtlichen Störung auszumachen. Dabei wurde sie von der Explosion nach hinten gedrückt, blieb aber unverletzt.

Der Filialleiter der Deutschen Bank, Hartmut Fischer, erfuhr über „We Love Borken“ von der nächtlichen Sprengung und war heute Morgen vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen.

Die Täter hatten gegen 03:21 Uhr den Geldautomaten, der im Eingangsbereich der Finanzagentur stand, gesprengt. Dabei wurde auch die Zugangstür zum Haus komplett zerstört. Im Inneren bot sich ein Bild der Verwüstung. Auch die Fassade wurde in Mitleidenschaft gezogen. Glas- und Steinsplitter verteilten sich über mehr als 15 Meter.

Das Vorgehen ist von vielen weiteren Automaten-Sprengungen in NRW bekannt. Die Täter flüchten meist mit ps-starken Autos über die holländische Grenze. Im Zusammenhang mit Automatensprengungen wurden aber auch schon deutsche Täter gefasst. (kre)