Friedenszeichen auf dem Acker

KREIS BORKEN. Weithin sichtbare Zeichen für den Frieden setzen in diesen Tagen Bauernfamilien im gesamten Kreis Borken. Auf mittlerweile mindestens 20 Feldern im Westmünsterland haben Landwirtinnen und Landwirte riesige Peace-Zeichen in Ackerflächen gegrubbert, die derzeit vor der Frühjahrsbestellung noch mit Zwischenfrüchten bedeckt sind. Initiator der Aktion ist Thomas Föing aus Grütlohn: „Wir Landwirte sind jetzt weniger die Menschen, die in Großstädten auf Friedensdemos gehen. Aber uns beschäftigt die Lage in der Ukraine sehr und über diese Aktion wollen wir unsere Verbundenheit zum Ausdruck bringen.“

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Landwirt Stefan Diekmann aus Burlo hat Ostereiner in den Landesfarben der Ukraine gefärbt und Peace-Zeichen daruf graviert. Foto: pd

Der ausschließlich über soziale Medien mit den Hashtags #peacefarming und #grubbernfürdenfrieden verbreitete Aufruf hat ein großes Echo nach sich gezogen. Im größeren Stil hat Landwirt und Bioladen-Betreiber Franz-Josef Lesker aus Stadtlohn mehrere Hilfstransporte organisiert. Die Familie Diekmann-Boes bietet in ihrem Hofladen in Burlo gelb-blaue Friedenseier mit Peace-Zeichen an und sammelt im Gegenzug Spenden. In Asbeck hilft der Landwirtschaftliche Ortsverband dem Partnerschaftsverein beim Packen der Hilfslieferung für die polnische Partnergemeinde Reszel. Der Kreisverband bringt Hilfesuchende und engagierte Helfer zusammen und weist auf Aktionen hin. Angesichts des Leids der Menschen, die ihre Heimat plötzlich verlassen müssen, hat der WLV auf Landesverbandsebene zudem vor einer Woche einen Aufruf an seine Mitglieder gestartet, freien Wohnraum auf den Höfen zu melden. Allein aus dem Kreis Borken haben sich 20 Bauernfamilien dazu bereiterklärt.

Gemüsebauer Rainer Overkämping aus Rhede hat freie Betten direkt an die Kommune gemeldet und am Wochenende die erste vierköpfige Flüchtlingsfamilie einquartiert: „Wir können die Flüchtlinge derzeit unkompliziert aufnehmen, weil unsere Saisonarbeitskräfte aktuell noch nicht bei uns sind. Die Flüchtlinge wohnen jetzt erst mal bei uns auf dem Hof und alles weitere wird sich zeigen“, so Overkämping. Wer ebenfalls Kapazitäten frei hat, kann sich unter www.wlv.de/ukraine-hilfe melden. (pd/kre)

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