Medizinisch vorgebildete Ersthelfer werden neuerdings im Kreis Borken per App zu Notfällen gerufen, bei denen eine Reanimation nötig ist. Am Wochenende kam die "Corhelper-App" erstmals zum Einsatz. Foto: AdobeStock

KREIS BORKEN. Erst in der vergangenen Woche hatte der Kreis Borken die “Corhelper-App” offiziell freigeschaltet (HALLO Borken berichtete). Am Wochenende kam sie bereits zum Einsatz. Die Einsatzzentrale der Feuer- und Rettungswache Bocholt rief da einen “Corhelper” zu einem Reanimationseinsatz. Bereits dreieinhalb Minuten nach dem Notruf traf er an der Einsatzstelle ein. Erfreulicherweise war aber auch bereits der Rettungsdienst vor Ort, so dass der “Corhelper” dann doch nicht mehr eingreifen musste.

Landrat Dr. Kai Zwicker freute sich, dass das neue System so reibungslos funktioniert und erklärte: “Der Corhelper wird immer parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Es kann daher vorkommen, dass der Rettungsdienst bereits vor dem ‚Corhelper‘ eintrifft. Dieses nehmen wir bewusst in Kauf, um bei Bedarf einen zusätzlichen Helfer vor Ort zu haben. Lieber einmal umsonst alarmiert als gar nicht!”

Zum Hintergrund: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde: Die „therapielose“ Zeit zwischen dem Eintreten des lebensbedrohlichen medizinischen Notfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte daher so kurz wie möglich sein. Um dies zu erreichen, hat der Kreis Borken nun die App-unterstützte Ersthelferalarmierung “Corhelper” eingeführt. Damit lässt sich ein registrierter Helfer mit medizinischer Qualifikation, der sich zufällig in der Nähe des Notfalls aufhält, finden und zum Einsatzort führen. Wenn er schneller vor Ort ist als der alarmierte Rettungswagen, startet er bereits die Reanimation. Das kann nicht nur Leben retten, sondern auch irreparable Schäden vermeiden, die nach wenigen Minuten ohne Sauerstoffzufuhr im Körper auftreten. Der über „Corhelper“ alarmierte Helfer überbrückt also ein äußerst wichtiges Zeitintervall, das sonst unter Umständen ungenutzt verstreichen würde. Denn nicht jeder Passant ist in der Lage, erste Hilfe zu leisten. Und die professionellen Rettungskräfte können im Flächenkreis Borken nicht immer schon nach wenigen Orten am Einsatzort sein. (pd/kre)