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Energie-Windräder

Planung und Genehmigung dauern zu lange

HEIDEN. Der Krieg in der Ukraine und hohe Energie- und Rohstoffpreise drücken die Stimmung bei den Unternehmen im Kreis Borken. Das wurde auf der Sitzung des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Borken im Bürgerwindpark A 31 Hohe Mark in Heiden deutlich. „Die aktuelle Lage ist zwar noch gut, aber die Aussichten auf die nächsten Monate haben sich deutlich eingetrübt“, fasste IHK-Vizepräsident und Ausschussvorsitzender Carsten Sühling die Einschätzungen der Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen. Die Stimmung spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der IHK wider: Acht von zehn Betrieben stufen die Energie- und Rohstoffpreise als größtes Konjunkturrisiko ein. Sühling: „Knapp ein Drittel der Unternehmen im Kreis rechnet mit zurückgehenden Geschäften.“

Energiegewinnung und Versorgungssicherheit waren die bestimmenden Themen im Ausschuss. Ron Keßeler, Geschäftsführer der EMERGY Führungs- und Servicegesellschaft (Velen), skizzierte den aktuellen Stand beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Westmünsterland und berichtete über die Anstrengungen vieler Akteure, die Versorgung mit Strom und Gas in der aktuellen Kriegslage aufrecht zu erhalten.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darin, dass die Bedeutung der erneuerbaren Energien für die angestrebte Energieunabhängigkeit größer wird. „Doch langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren führen oftmals zu erheblichen Verzögerungen bei der Umsetzung solch nachhaltiger und dringend notwendiger Vorhaben“, kritisierte Vorsitzender Sühling. „Es kann nicht sein, dass Genehmigungen für neue Windenergieanlagen sechs und mehr Jahre dauern.“ Eine Optimierung und Digitalisierung der Prozesse sowie hierauf angepasste Personalressourcen seien notwendig, damit Projekte zügig umgesetzt werden können. Was unter den heutigen Rahmenbedingungen möglich ist, werde im Westmünsterland sichtbar. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch liege hier aktuell bei fast 80 Prozent. „Die Region zeigt damit, dass die angestrebte Klimaneutralität machbar ist“, unterstrich Sühling. (pd/kre)

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