Die Bühne für "Drive & Live - Klassik im Autokino" auf dem Aquarius-Parkplatz steht schon. Davor ist Platz für 125 Autos. Foto: E. Kremer

Borken. Die Bühne steht, der Funksender ist installiert, die Zuwegungen sind eingerichtet und die Plätze für 125 Auto sind markiert. Am morgigen Freitag startet das Festival „Drive & Live“, ein komplett neues Format der musik:landschaft westfalen. Sie präsentiert erstmal klassische Musik live gespielt im Autokino. Intendant Dirk Klapsing und sein Team sind gespannt auf die beiden Auftaktkonzerte, die Pianist Justus Franzt bestreiten wird. „Chopins Reise nach Mallorca“ lautet sein Thema.

Eine abenteuerliche und vor allem sehr zügige Reise war auch die Organisation des neuen Festivals. „Von der Idee bis zum fertigen Plan hat es nur eine gute Woche gedauert. In dieser kurzen Zeit haben wir einen passenden Veranstaltungsplatz gesucht, Künstler verpflichtet, eine Rundfunkfrequenz beantragt, einen Sender erworben und die PR-Maschine angeworfen“, berichtet Dirk Klapsing. Treibender Gedanke der Initiative. „Zahlreiche Künstler sitzen aktuell zu Hause., weil coronabedingt alle Auftritte abgesagt oder verschoben wurden. Denen wollten wir zügig die Bühne zurückgeben. Und mit der Livemusik im Autokino haben wir ein Format gefunden, das dazu taugt“, so der Intendant der musik:landschaft westfalen. Damit habe man voll ins Schwarze getroffen, sagt Klapsing. „Alle Künstler, die ich angerufen habe, waren begeistert. Nahezu alle haben sofort zugesagt. Und wir reden hier von großen Namen wie den Brüdern Ottensamer, Christoph Eschenbach, Felix Klieser oder Sergeij Nakariakov.“

Justus Frantz eröffnet am Freitag die neue Festival-Reihe. Foto: Kulturverein

Nun ist das Team gespannt darauf, wie die ersten Konzerte auf dem Parkplatz am Rand des Stadtparks beim Publikum ankommen. „Für beide Seiten ist das ja Neuland: Die Zuschauer sehen das Geschehen live, hören die Musik aber über das Autoradio. Und die Künstler agieren mit einer größeren Distanz und bekommen ihren Applaus per Lichthupe und winkenden Scheibenwischern. Aber ich bin zuversichtlich, dass der Funke schnell überspringen wird“, sagt der festival-Organisator.

Es gibt noch Karten

Für die Konzerte am Freitag mit Justus Frantz gibt es übrigens noch einige Karten, insbesondere für das Konzert um 21 Uhr. Und auch für den Samstag kann man noch Tickets bekommen. Dann präsentiert der Ausnahme-Pianist Martin Stadtfeld ausgewählte Werke von Beethoven. Die Karten kosten 59 Euro. Sie gelten pro Auto, das mit zwei Erwachsenen sowie eigenen Kindern bis 14 Jahren besetzt sein darf. Wer will, kann noch eine Snackbox dazu buchen mit einer leckeren Butter-Brezel, Fruchtsäften oder alkoholfreiem Frucht-Secco.

Das Festivalprogramm erstreckt sich bis zum 18. Juli. Namhafte Solisten und Ensembles der klassischen Musik sowie auch einige Vertreter aus Pop und Jazz werden in den folgenden Wochen in der Kreisstadt auftreten. Zu letzteren zählen die HÖHNER, Götz Alsmann, Joja Wendt und die heimische Beatles-Tribute-Band „Kaiserkeller“. Alle Informationen und Tickets zu den Konzerten gibt es auf www.musiklandschaft-westfalen.de.

Die Macher der musik:landschaft westfalen haben darüber hinaus noch einige Ideen im Koffer. So soll die 100 Quadratmeter große Bühne auch heimischen Künstlern zur Verfügung gestellt werden. „Hiesige Musiker, Ensembles oder Gruppen können sich gerne bei uns melden“, so Klapsing. Schon fortgeschritten sind die Planungen, im Autokino auch Kinofilme zu zeigen. Auch Formate wie Comedy und Kabarett sind denkbar. (kre)