Ähnlich wie in "Waldbestattung" wird die Künstlerin malatsion bei der Kunstaktion im Garten Terwey Miniskulturen aus organischem Material in den Boden einbringen. Foto: malatsion

GEMEN. Auch in diesem Jahr hatte der Borkener Künstler Frank Terwey das „Internationale 33 Stunden gARTenstipendium Borken“ ausgelobt, zum insgesamt dritten Mal und zum zweiten Mal mit Unterstützung des Kulturbüros der Stadt Borken. Gewonnen hat dieses Stipendium die Künstlerin malatsion aus Frankfurt. Sie wird am 29. und 30. August im Privatgarten von Terwey ein Kunstwerk vorstellen bzw. erarbeiten, das den Namen „fragile fertile – Der Garten wird zur CO2-Senke “ trägt.

Die eingereichte Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kunst, Umwelt und Wissenschaft. Dabei werden Löcher im Garten gegraben, in die filigrane kleine Skulpturen (“Kunst=Dünger”) aus Holzkohle und biologischem Material gesetzt werden. Diese Objekte sind von organischen Formen (Samen, Pollenkörner) inspiriert und 20 bis 40 Zentimeter groß. Sie werden zuerst neben jedem Loch ausgestellt. Im öffentlichen Teil der am Sonntag zwischen 13 und 16 Uhr stattfindet, werden die kleinen Objekte in den Löchern versenkt und zugeschüttet. Dabei ist das Mitmachen von Besuchern durchaus erwünscht.

Frank Terwey hat aufgrund der Corona-Pandemie lange mit der Entscheidung gezögert, die Kunstaktion durchzuführen. „Letztendlich waren die entspannten Zahlen zum Ende der Bewerbungsfrist und die vielen qualitativ hochwertigen Bewerbungen ausschlaggebend, einen Künstler einzuladen und zu fördern“, erklärte er.

Die Künstlerin malatsion wurde 1974 in Saint-Tropez, Frankreich geboren. Nach den Studien in Kunstgeschichte und Archäologie (Diplom), Archäozoologie, Bildhauerei, und Bildende Künste (Diplom), lebt und arbeitet sie seit 2004 in Frankfurt. Die Idee für die performative künstlerische Arbeit, die sie in Gemen zeigt, beruht auf „Humus“. Das ist die dünne fruchtbare Erdschicht, von der wir alle leben, die aber weltweit rückgängig ist. Humus kann, mit Biomasse-Kohle angereichert, große CO2-Mengen binden und zur CO2-Senke werden. Die Kohle-Anreicherung erhöht außerdem die Fruchtbarkeit des Bodens. Dieses Low-Tech-Verfahren wird von Forschern im Film “Humus – die vergessene Klima-Chance” vorgestellt. Die Kunstaktion greift das Thema symbolisch auf. Mit dem Zersetzungsprozess der Skulpturen werden sich Fruchtbarkeit und CO2-Bindefähigkeit des Humus an der Stelle erhöhen.

Organisatorischer Hinweis: Der Zutritt zum Garten an der Wagnerstraße 14 ist begrenzt. Gleichzeitig können nur fünf Personen hinein und das nur mit Mindestabstand, Schutzmaske und Handdesinfektion. (pd/kre)