Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen nicht mehr genehmigt werden. Foto: mk

Borken. Wie gehen Städte und Kommunen im Kreis angesichts der Ausbreitung des Coronavirus mit Großveranstaltungen um? Am gestrigen Dienstag hatte Gesundheitsminister Karl Laumann eine Verordnung erlassen, wonach in NRW alle öffentlichen Veranstaltungen, zu denen mehr als 1000 Besucher erwartet werden, nicht mehr genehmigt werden dürfen. Diese Regelung beträfe unter Umständen auch den Borkener Ostermarkt, der am Sonntag, den 29. März, stattfindet. „Er steht nach aktuellem Stand auf der Kippe“, erklärte Markus Lask, Pressesprecher der Stadt Borken, dazu heute Morgen.

Die Goldstraße in der Borkener Innenstadt während eines verkaufsoffenen Sonntags.

Klarheit über ein einheitliches Vorgehen soll ein Treffen von Vertretern des Kreises und der kreisangehörigen Städte und Kommunen am Donnerstagnachmittag bringen. Das teilte die Pressestelle des Kreises heute Mittag (11.03.) mit. Dann soll eine gemeinsame Regelung gefunden werden, wie mit der Absage von Veranstaltungen umgegangen werden soll. HALLO wird die Entscheidung zeitnah veröffentlichen.

Vier neue Infektionsfälle in Bocholt

In Bocholt gibt es nach Auskunft der Kreisverwaltung Borken vier neue Coronavirus-Infektionsfälle. Es handelt sich um eine Person aus einer sechsköpfigen Reisegruppe: Deren Mitglieder hatten in Ischgl Skiurlaub gemacht und stehen seit Rückkehr unter häuslicher Quarantäne, weil bereits bei zwei – allerdings nicht im Kreis Borken wohnenden – Teilnehmern der Gruppe das Coronavirus nachgewiesen worden war. Darüber hinaus sind ein Ehepaar sowie unabhängig davon eine Einzelperson betroffen. Bei ihnen wird noch nach den Infektionsquellen gesucht.

Alle vier betroffenen Personen stünden unter häuslicher Quarantäne. Ihre engen Kontaktpersonen würden derzeit ermittelt, dann schnellstmöglich deren Testung und ebenfalls häusliche Quarantäne veranlasst, so der Kreis. (kre)

+++ Update: Soeben (14.35 Uhr) hat der Landkreistag NRW ein Statement zum Thema abgegeben. Sein Hauptgeschäftsführer Martin Klein: „Die NRW-Kreise begrüßen den Erlass zur Durchführung von Großveranstaltungen. Um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus so weit wie möglich einzudämmen, ist es wichtig, die erforderlichen Maßnahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes für die Bevölkerung landesweit einheitlich zu realisieren. Auch bei Veranstaltungen mit weniger als 1.000 Besuchern werden die örtlichen Ordnungsbehörden in enger Abstimmung mit den Kreisgesundheitsämtern weiterhin in jedem Einzelfall unter Zugrundelegung der Hinweise des Robert-Koch-Instituts eine sachgerechte und verhältnismäßige Entscheidung treffen.“ (kre)