Die Ausbreitung des Coronavirus soll durch Absage aller nicht notwendigen Veranstaltungen eingedämmt werden. Foto: pixabay

Borken. Kreis, Städte und Kommunen empfehlen dringend, alle unnötigen Veranstaltungen zunächst bis Ende April auszusetzen, um eine Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Und sie gehen selber mit gutem Beispiel voran und sagen sämtliche eigenen Veranstaltungen – bis auf wenige unverzichtbare Ausnahmen – ab. Das ist das Ergebnis eines Treffens des Kreisgesundheitsamtes und der hiesigen Städte und Kommunen am heutigen Donnerstag (12.03.) im Borkener Kreishaus. Damit wurde ein einheitliches Vorgehen für das gesamte Kreisgebiet beschlossen.

Somit stehen auch Veranstaltungen wie der Borkener Ostermarkt, der Heidener Maibökendag, öffentliche Partys, Sportevents sowie Konzerte auf der Kippe. Kreis und Kommunen gehen mit dieser Regelung weit über die vom Land festgelegte Grenze hinaus, nach der alle Veranstaltungen untersagt wurden, zu denen mehr als 1000 Besucher erwartet werden. Laut Pressemitteilung gehören zu den Ausnahmen zum Beispiel Ratssitzungen sowie Zusammenkünfte, die der Sicherstellung des öffentlichen Lebens dienen. Als Beispiel werden Wochenmärkte genannt.

Es geht um Zeitgewinn

„Wir müssen das rasante Tempo der Ausbreitung des Coronavirus sofort verlangsamen“, erklären der Landrat und Dr. Christoph Holtwisch, Sprecher der Bürgermeister im Kreis Borken. „Dies können Politik und Verwaltung aber nicht alleine schaffen“, betonen sie. Nur gemeinsam, das heißt, wenn sich alle Bürger und Veranstalter verantwortungsvoll und rücksichtsvoll zeigen, könne das gelingen.

“Sollte im Kreis Borken ein Veranstalter trotzdem eine Veranstaltung mit weniger als 1.000 Besuchern bis Ende April durchführen wollen, ist – wie bisher schon – eine individuelle Einschätzung durch den Veranstalter erforderlich. Hierbei sind die allgemeinen Prinzipien der Risikoeinschätzung und aktuellen Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) zu berücksichtigen”, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung. In erster Linie entscheide der Veranstalter vor Ort, ob er seine Veranstaltung verantwortet bzw. absagt. Die örtliche Stadt- oder Gemeindeverwaltung als Ordnungsbehörde könne gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt Auflagen erteilen oder eine Absage anordnen.

Kommunale Veranstaltungen bereits abgesagt

„Wir als kommunale Familie gehen mit der Absage aller eigenen, nicht notwendigen Veranstaltungen voran“, unterstreichen Dr. Zwicker und Dr. Holtwisch. Gefordert sei aber nun jeder. „Mit diesem gemeinsamen Appell wollen wir helfen, einen Normalbetrieb in Schulen, Gesundheitswesen, Pflege, Versorgung und Wirtschaft weiterhin sicherzustellen“, erläutern sie. „Auf diese Weise lassen sich Risiken vor allem in den Bereichen und Aktivitäten vermindern, die zwar schön und wertvoll für unsere Orte sind, aber in diesen Tagen bei einer kritischen Betrachtung nicht zwingend nötig sind“, so Dr. Zwicker und Dr. Holtwisch. Diese Vorgehensweise werde bereits auch konsequent von vielen Unternehmen, Institutionen und Vereinen im Kreis Borken praktiziert. Ein solches proaktives Vorgehen trage überdies frühzeitig dazu bei, sonst möglicherweise drohende sehr kurzfristige Veranstaltungsabsagen durch die Ortsbehörden zu verhindern. (pd/kre)