Symbolfoto: AdobeStock

AHAUS. Eine Ahauser Seniorin ließ sich am Freitag nicht ins Bockshorn jagen. Als sich bei ihr telefonisch ein Mann meldete und als Polizeibeamter ausgab, durchschaute sie die Masche sofort. Sie hätte auch einfach auflegen und so den Betrugsversuch beenden können. Stattdessen ging sie scheinbar auf das Gespräch ein. Unbemerkt von den Betrügern hatte sie aber ihren Nachbarn gebeten, die Polizei zu informieren. Die Seniorin verhielt sich so geschickt, dass die Betrüger nicht bemerkten, dass sie längst durchschaut waren. Als gegen 16.45 Uhr der durch die Betrüger entsandte Bote am Haus im Innenstadtbereich erschien, wurde dieser durch die Polizei festgenommen. Es handelt sich um einen 33 Jahre alten Mann aus Ostwestfalen.

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Dieser hatte sich im Internet auf einen Minijob beworben und so Kontakt zu den unbekannten Betrügern bekommen. Diese gaukelten Seriösität vor, indem sie den Mann baten, die Steuer-ID mitzuteilen – zudem boten sie für die Botentätigkeit einen Stundenlohn von knapp über 20 Euro. Obwohl die Zahlungsmodalitäten nicht geklärt waren, kein direkter persönlicher Kontakt zustande kam, geschweige denn ein Arbeitsvertrag vorlag, ging der erst seit ca. fünf Jahren in Deutschland lebende Mann auf das Angebot ein. Er wurde durch die Täter per Online-Kommunikation nach Ahaus geschickt und der 33-Jährige fuhr mit seinem eigenen Pkw von Ostwestfalen ins Westmünsterland. Der oder die Täter hielten Kontakt mit ihm, erklärten ihm immer genau, was er zu tun hat – von der Kaffeepause bis zum Aufsuchen des Übergabeortes. Die Kommunikation wurde auf Deutsch geführt. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der 33-Jährige entlassen. Die Ermittlungen zu den Hintermännern dauern an.

Wie bereits berichtet, häufen sich in jüngerer Zeit die Betrugsversuche am Telefon. Allein am Freitag gab es im Kreis Borken mehrere Anrufe dieser Art. Die anderen angerufenen Personen hatten den Betrug ebenfalls erkannt und aufgelegt. (pd/kre)