Der Frauenstammtisch „Ziemlich beste Freunde“ aus Rhade ist auch schon Gründer der Bürgergenossenschaft. Foto: pd

ERLE. In den ersten Wochen seit Bekanntgabe haben bereits 637 Personen insgesamt 1.447 Anteile an der Bürgergenossenschaft Erle gezeichnet. Weitere Anteile sind angekündigt. Das entspricht einem Gründungskapital von 434.100 Euro. Wie HALLO bereits berichtete, soll mit dem Genossenschaftskapital eine multifunktionale Dorfgastronomie auf dem ehemaligen Hofgelände der Brennerei Böckenhoff gebaut werden.

Die gesammelte Summe ist stattlich. Raesfelds Bürgermeister Andreas Grotendorst rührt dennoch weiter kräftig die Werbetrommel: „Die Baukosten liegen bei rd. 2 Mill. € und bis zum 30.08.2020 müssen wir möglichst nah an diese Summe herankommen. Großgründer haben die Gelegenheit, sich an exponierter Stelle der Gründungsmauer zu verewigen.“

Erstaunt sind die Mitglieder der Initiativgruppe über die Verteilung der Gründungsmitglieder. Der Löwenanteil kommt aus Erle. „Aber auch eine Vielzahl von Raesfeldern hat schon Anteile gezeichnet, denn man fährt gerne nach Erle zu Arno“, heißt es in einer Presseerklärung zum Stand der Dinge. Weitere Zeichnungen kämen aus Homer, Rhade, Schermbeck und Üfte. Auch Menschen aus Münster, Hamburg oder Ismaing stünden schon auf der Gründerliste. Sogar aus der Partnergemeinde Wehl in den Niederlanden gebe es Gründer. Am weitesten entfernt wohne ein “Genosse” aus Irland.

Rumgesprochen hat sich auch schon, dass sich Gründungsanteile als sehr nachhaltiges Geschenk oder als vorweggenommenes Erbe eignen. Es gibt Eltern, die für ihre Kinder und Großeltern, die für ihre Enkel zeichnen. Ein älterer Bürger aus Erle: „Ich gebe lieber mit warmen Händen.“ Erfreulich ist auch, dass sich erste Firmen, Vereine und Stammtische als Gründer eingetragen haben, so z.B. der Rhader Frauenstammtisch „Ziemlich beste Freunde“ oder der Hegering Raesfeld. Gut ist auch, dass es Gründer gibt, die deutlich mehr Anteile zeichnen – nach oben gibt es nämlich keine Grenzen.

André Wachtmeister und Arno Brömmel, die in der neuen Dorfgaststätte arbeiten werden, appellieren: „Informiert euch auf www.wir-in-erle.de und wartet nicht bis zum letzten Tag mit dem Zeichnen. Je eher wir Klarheit haben, desto eher wissen wir, ob wir dauerhaft einen Dorfplatz mit Dorfgastronomie in Erle als Treffpunkt sichern können.“ (pd/kre)