Dr. Rudolf Kley, Chefarzt der Neurologie in Borken, bei einer Behandlung auf der Stroke Unit - noch vor der Corona-Pandemie. Foto: pd

BORKEN. Seit zehn Jahren gibt es die Stroke Unit am St. Marien-Hospital. „Unsere Schlaganfallstation ist mit mittlerweile über 1.000 Patienten im Jahr ein unverzichtbarer Bestandteil der Notfallbehandlung über die Grenzen des Kreis Borkens hinaus“, verdeutlicht Dr. Rudolf A. Kley, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie mit Stroke Unit, den Stellenwert der Station in der Behandlung von Schlaganfällen. Je schneller diese Behandlung im Notfall erfolgen kann, desto besser sind die Aussichten auf vollständige Heilung. „Schon nach viereinhalb Stunden kann es für eine wirkungsvolle Hilfe zu spät sein“, erklärt der Neurologe.

Seit der Errichtung der Neurologischen Abteilung im Jahr 1978 zählt der Fachbereich zu den Aushängeschildern des St. Marien-Hospitals Borken. Insbesondere durch den Gründer der Abteilung und langjährigem Chefarzt Dr. Gerhard Neuhaus sowie dem heute noch als Leitender Oberarzt aktiven Dr. Johannes Günther konnte bereits vor der Etablierung der Stroke Unit sukzessive eine spezialisierte Schlaganfallbehandlung aufgebaut werden. Die Einrichtung einer neurologischen Intensivmedizin 1999 – zum damaligen Zeitpunkt sonst nur in Münster und Essen vorhanden – stellt einen weiteren Meilenstein dar. Rund um die Uhr war es den Ärzten der Station fortan möglich, lebenswichtige Funktionen der Patienten wie EKG, Puls, Temperatur, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung zu beobachten. Selbst Messungen durch die Schädeldecke können seither durchgeführt werden. Bemühungen zur Errichtung einer Akutstation zur Erkennung und Behandlung von Schlaganfällen waren folglich der nächste Schritt.

Nachdem sich Neuhaus 2003 schließlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete und Prof. Dr. Hermann Menger die Position des Chefarztes der Neurologischen Klinik übernahm, dauerte es noch weitere acht Jahre, bis die Stroke Unit am 29. Januar 2011 endlich eröffnet werden konnte. Die erfolgreiche Zertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erfolgte noch im gleichen Jahr, sodass fortan auch offiziell die Bezeichnung „regionale Stroke Unit“ genutzt werden konnte. Mit anfangs sechs Betten nahm die Stroke Unit 2011 ihre Arbeit auf. Die Anzahl wurde dann auf acht aufgestockt. Seit 2018 verfügt die Abteilung über zehn Betten. (pd/kre)