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Bombe erfolgreich entschärft

Alle Anwohner noch in der Nacht zurück in ihren Wohnungen

BORKEN. Guter Ausgang des Fliegerbombenfundes am Kinocenter. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Arnsberg hatten heute Nacht gegen 1.18 Uhr die 250 Kilogramm schwere Bombe an der Johann-Walling-Straße erfolgreich entschärft. Sie brauchten dafür etwas mehr als eine halbe Stunde.

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Zuvor hatte ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt rund 950 Anwohner in einem Bereich von 250 Metern rund um die Fundstelle evakuiert. In kleinen Teams wurden sämtliche Wohnungen aufgesucht und die Bewohner hinausbegleitet. Die Evakuierung zog sich von ca. 21 Uhr bis Mitternacht hin. Zum Teil musste der Transport von nicht gehfähigen Personen durch den Rettungsdienst vorgenommen werden. Erst um 0 Uhr gab der Krisenstab das Go für die Kampfmittelräumer.

Anwohner, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkamen, konnten in der Mensa der Julia-Koppers-Gesamtschule die Entschärfung abwarten. Das Team des Malteser Hilfsdienstes versorgte die Menschen hier mit Decken, Essen und Trinken. Nach der Entwarnung wurden die Anwohner in ihre Häuser zurückbegleitet.

Wie hier griffen auch die übrigen Rädchen der verschiedenen Organisationen gut ineinander. Ein Krisenstab bei der Feuerwehr koordinierte die Arbeiten. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes halfen bei der Absperrung des betroffenen Gebietes, das neben der Johann-Walling-Straße auch die abgehenden Wohnstraßen, Teile des Nordrings, der Heidener Straße und der Wilbecke umfasste. Auch das Umfeld des Rathauses (Im Piepershagen, das Kuhmcenter (Kaufland etc.) und natürlich das Kino mussten geräumt werden.

Dass die Sache glimpflich ausging und niemand zu Schaden kam, ist auch dem umsichtigen Verhalten der Baustellenleiterin und des Baggerfahrers zu verdanken, die bei Glasfaserarbeiten gegen 19 Uhr auf die Bombe stießen. Sie hatten mit schwerem Gerät eine Leitung unter der Kanonenbrücke durchschießen wollen, die in der Baugrube vor dem Eingang zum Kinocenter ankommen sollte. Als sie auf ein zunächst unbestimmbares Metallstück in der Baugrube stießen, brachen sie die Arbeiten sofort ab und informierten Ordnungsamt und Feuerwehr. In der Grube war lediglich ein kurzes Ende der Bombe zu sehen, dass zudem rostig und verdreckt war.

Die Fliegerbombe stammt aus dem zweiten Weltkrieg, zu dessen Ende Borken stark zerstört wurde. Zwar wurde beim Wiederaufbau sehr genau nach Munition und Blindgängern gefahndet (unter anderem anhand von Luftaufnahmen der Siegermächte), alle paar Jahre werden aber noch bei Grabungen bis dato unentdeckte Bomben gefunden. (kre)

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