Die Böden sind extrem trocken. Daher pflügen die Landwirte aktuell nicht tief, sondern heben nur die Krume leicht an. Foto: pd

Borken. Viele Bauern halten ihre Trecker in diesen Tagen immer mal wieder an und erklären, was sie da auf ihrem Acker machen. Denn wegen Corona sind mehr Radfahrer, Spaziergänger, Jogger und Rollerskater unterwegs. Immer wieder stehen Bauern am Feldrand Rede und Antwort dazu, was sie da gerade tun. Es staubt ziemlich in diesen Tagen. Das ist trotz Einarbeiten von Ernterückständen oder Zwischenfrüchten, was auch dem Erosionsschutz dient, nicht immer zu vermeiden, denn die Böden sind trocken. Und weil es auch bei uns in den letzten Jahren im Frühjahr wie im Sommer häufiger trocken war, passen mehr und mehr Bauern ihre Bodenbearbeitung daran an. „Wir wenden jetzt zunehmend die Erde beim Pflügen nicht mehr, sondern heben sie nur an. Dazu nutzen viele mittlerweile etwa ein Bodenlockerungsgerät mit vier Zinken, welches krumentief, das sind etwa 35 cm Arbeitstiefe, den Boden flächig anhebt und ihn dann gelockert ablegt“, sagt Thomas Foing aus Grütlohn, etwa so, als wenn man im Gartenbeet auf das Umgraben verzichtet und nur kräftig mit einem Dreizack durchzieht.

Oft wird in Kombination mit Kreiselegge oder auch mit Kreiselegge und vierreihiger Maisdrille gefahren. Dazu benötigt man sicher 150 PS und Hubkraft bei dem Schlepper, um so eine große Mehrfachkombination nutzen zu können. Das spart Arbeitsgänge, also Zeit und Diesel. Vorteil dieser Bearbeitungsweise ist, dass aus den Böden nicht so viel Wasser verdunstet und die Böden nicht mehr als nötig befahren werden. Zudem gelangen die Pflanzennährstoffe sehr effektiv direkt an die Pflanzenwurzel, wo sie benötigt werden. Die zuvor meist mit dem Schleppschlauch abgelegte Gülle kommt deutlich weniger mit Luft und Sonne in Kontakt. Das riecht man auch. „Wir können bei entsprechender Phosphatversorgung der Böden zudem auf eine weitere, oftmals mineralische Düngung zur Aussaat verzichten“, betont Föing. Vielfach benötigen die Flächen noch nicht einmal mehr ein Totalherbizid. Es reicht aus, etwaige Unkräuter mit dem eingrubbern der Gülle unterzuarbeiten. Es zahlt sich aus, dass immer mehr Landwirte modernste Technik nutzen. Das funktioniert auf lehmigen Flächen wie auch auf den hier häufig zu findenden Sandböden, nicht nur zum Mais, sondern auch beim Anbau von Zuckerrüben oder Zwiebeln. „Beim Anbau von Kartoffeln arbeiten viele Bauern schon in Kombination mit Dammfräse und Legemaschine“, betont Föing. Das kann man gerade draußen auf den Feldern gut sehen. (pd)