Blühendes Band durchs Münsterland

Kreisübergreifende Aktion / Rund 1000 Blühstreifen allein in Borken

Vertreter der federführenden Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und der WLV-Kreisverbände im gesamten Münsterland (unter ihnen auch Markus Weiß aus Borken, 2.v.r.) haben in Horstmar die Aktion "Blühendes Band durchs Münsterland" vorgestellt. Foto: Laura Jacobs, WLV

Kreis Borken. Im letzten Herbst ist die Idee der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und der Landwirtschaftlichen Kreisverbände im Münsterland geboren, mit dem Projekt „Blühendes Band durchs Münsterland“ aktiv in der ganzen Region etwas für den Artenschutz zu tun. Auch im Kreis Borken gibt es gute Nachrichten für Biene & Co. Münsterlandweit haben Landwirte im Zuge der Aktion im Frühjahr auf über 150 Hektar entlang von Getreide- und Maisflächen einjährige Blühstreifen angelegt – davon 35 Hektar allein im Kreis Borken. Freiwillig und unentgeltlich. Nur das Saatgut hierfür wurde den teilnehmenden Landwirten von der Stiftung Westfälische Landschaft kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit Buchweizen und Phacelia sind schon jetzt die ersten Blüten auf den Flächen zu sehen. Lein, Koriander, Malve und Sonnenblume sowie weitere Kulturarten werden in den kommenden Wochen und Monaten den Blühaspekt dominieren.

Nahrungsquelle und Lebensraum

Auch im Kreis Borken kommt die Aktion gut an, wie Markus Weiß (Gemen) als Stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken berichten kann: „Wer aktuell durch den Kreis fährt, kann schon eine Veränderung feststellen.“ Zahlen der Landwirtschaftskammer-Kreisstelle belegen, dass sich in Punkto Blühstreifen schon in den vergangenen beiden Jahren, aber nochmals stärker in diesem Jahr etwas getan hat. Über 400 Landwirte im Kreis Borken haben der Landwirtschaftskammer gegenüber jetzt bekannt gegeben, dass sie in diesem Jahr freiwillig einjährige Blühstreifen anlegen. Weiß schätzt die Zahl der freiwilligen Blühstreifenflächen im Kreis Borken für 2018 auf rund 1000: „Zusätzlich zur ebenfalls gewachsenen Zahl geförderter Blühstreifen zeigt dieses Projekt eindrucksvoll, dass die Landwirtschaft sich für Artenvielfalt und Nachhaltigkeit stark macht.“
Die nun in der Blüte stehenden Streifen dienen einerseits als Nahrungsquellen für Insekten wie Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge. Diese spielen auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst oder Raps eine wichtige Rolle. Das „blühende Band“ bietet darüber hinaus einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. „Die Münsterländer Landwirte setzen sich auf diese Weise aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt ein und verzichten dafür freiwillig auf einen Teil ihrer Ernte“, stellt Steinmann heraus. An den Feldflächen weisen Schilder auf die Blühstreifen und ihren Nutzen hin.