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Blühendes Band durch Bauernhand

WLV-Saatgutaktion erstmals mit Naturfördergesellschaft als Partner

KREIS BORKEN. Zahlreiche Landwirte im Kreis haben jetzt begonnen Blühstreifen einzusäen. Das Saatgut dafür bekamen sie vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) im Kreis Borken. 720 Kilogramm einer speziellen Mischung wurden zur Verfügung gestellt. Rund 50 Hektar an zusätzliche Blühflächen entstehen so – hauptsächlich an Wegesrändern. Landwirte, die sich noch an der Aktion beteiligen wollen, bekommen das Saatgut bei ihren Ortsverbänden. Erstmals beteiligt sich in diesem Jahr die Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken (NFG) an der Aktion. Sie stellte 1000 Euro zur Verfügung.

Aufgrund der Trockenheit erfolgt die Aussaat in diesem Jahr an vielen Stellen erst recht spät. „Viele Landwirte haben abgewartet und dann kurz vor den angekündigten Regenfällen in dieser Woche eingesät“, so Stephan Wolfert, Pressesprecher des WLV. So war es auch in Velen-Ramsdorf, wo sich zum symbolischen Aussaatstart Frank Ehling und Hubert Schulze Hilbt vom Landwirtschaftlichen Ortsverband mit dem Vorsitzenden der NFG, Martin Hillenbrand aus Borken, getroffen haben (siehe Bild).

Die in fachlicher Kooperation mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft erstellte Blüh-Mischung besteht aus 16 einjährigen Kulturarten (ohne Gras) und verbleibt bis weit über die Ernte der Hauptkultur hinaus an den Feldrändern. Dabei dienen sie einerseits als Nahrungsquelle für Insekten wie Honig- und Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen, die auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst oder Raps eine wichtige Rolle spielen. Die Flächen bieten darüber hinaus einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. Daher komme es für den Artenschutz-Nutzen nicht immer darauf an, dass diese Streifen kunterbunt anzuschauen sind, so Hillenbrand: „Es muss für viele Arten nicht zwingend blühen, damit sie den Streifen nutzen.“ All dies zusammen habe die NFG dazu bewogen, die Aktion der Landwirte in 2022 mit einem Zuschuss von 1000 Euro zu unterstützen: „Wir sehen hierin eine gute Anregung für Landwirte, insektenfreundliche Flächen auf ihren Äckern mit anzulegen.“

Bei der Aktion „Blühendes Band“ handelt es sich um zusätzliche Blühstreifen über diejenigen hinaus, die von Landwirten im Kreis Borken ohnehin schon angelegt werden und auch unabhängig von der zunehmenden Zahl an Blühpaten-Projekten. Das blühende Band sei eine freiwillige Leistung, die den Bauern gerade in Zeiten wie diesen immer schwerer falle, räumt Frank Ehling ein: „Egal ob bei der Düngung, beim Pflanzenschutz oder ab 2023 mit der Pflicht zur vierprozentigen Flächenstilllegung: Die Restriktionen, unter denen wir Landwirte hier im Münsterland Ackerbau betreiben, nehmen immer weiter zu. Aber wir verstehen Aktionen wie diese als Öffentlichkeitsarbeit und außerdem als klares Signal an die Gesellschaft, dass wir bereit sind, Leistungen für den Artenschutz zu erbringen, wenn die Umsetzung praxistauglich und unbürokratisch ist.“ (pd/kre)

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