Die Renaturierungsmaßnahmen am Wichersbach sollen das Gebiet ökologisch aufwerten. Foto: E. Kremer

BORKEN-MARBECK. Eine ökologische Aufwertung des Wichers- und des Hornefeldbaches – das ist das Ziel der Gewässerentwicklungsmaßnahme, die derzeit in Borken-Marbeck durchgeführt wird. Bis Mitte September nimmt die Stadt Borken am Eschweg zwischen Borken und Marbeck verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur vor.

Zunächst soll der Wichersbach in einer angelegten Sekundäraue zu einem mäandrierenden Gewässer werden. Insgesamt wird eine Fließwegverlängerung von knapp 155 Metern erreicht. “Wir wollen im Rahmen der Renaturierung einen natürlichen Verlauf des Gewässers realisieren”, betont Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter der Stadt Borken. “Der Wichersbach soll sich eigendynamisch entwickeln können”, ergänzt er. Hierzu werden unterstützend zur Strömungslenkung und Strukturanreicherung fließgewässertypische Totholzelemente wie Wurzelstubben und Baumstämme gesichert im und am Gewässerverlauf eingebaut. Zudem werden Weiden als “Initialgehölze” im Auenbereich gepflanzt, die restliche Auenfläche wird der natürlichen Sukzession überlassen. “Dadurch wird sich hier später ein Auwald entwickeln können”, erläutert Jürgen Kuhlmann. Einbezogen in die geplante Maßnahme wird eine kleinräumige Umgestaltung des an den Planungsraum angrenzenden Hornefeldbaches.

Auf einer Fläche von rund 5.600 Quadratmetern wird ein Gewässerentwicklungsraum für den Wichers- und den Hornefeldbach mit unterschiedlichen Breiten- und Höhenniveaus zur Förderung der Überflutungsdynamik und Standortvariabilität angelegt. Dazu werden knapp 4.000 Kubikmeter Boden entfernt. Dies dient vor allem dem ökologischen Hochwasserschutz, weiß Jürgen Kuhlmann: “So kann sich das Gewässer bei Starkregen- und Hochwasserereignissen ausbreiten”, erläutert er.

Vor Beginn der Arbeiten hat ein externer Gutachter für Faunistik und Artenschutz die Flächen, an denen die Maßnahmen durchgeführt werden, untersucht. So konnte die Stadt Borken sicherstellen, dass keine geschützten Tierarten gefährdet und deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten beschädigt oder zerstört werden. Es ist davon auszugehen, dass sich in diesem Gebiet eine hohe Artenvielfalt einstellen und der ökologische Zustand des Gewässers noch weiter verbessert wird.

Die Kosten der Renaturierungsmaßnahme am Wichers- und Hornefeldbach übernimmt die Amprion GmbH aus Dortmund. Die Maßnahme dient dem naturschutzfachlichen Ersatz für den Bau der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung von Wesel nach Meppen, die durch den Kreis Borken führt. (pd/kre)

Der Wichersbach (unten) wird um mehrere Schlingen erweitert und auch der Hornefeldbach (links) bekommt Auslaufzonen. Plan: Stadt Borken