Mit dem Anbringen von 30 Solarleuchten wurde am Dienstagabend die ARTLINE reloaded eröffnet. Fotos. E. Kremer

BORKEN. „Kunst findet wieder Stadt“ – diese in ein Wortspiel verpackte Botschaft ist seit gestern aktueller denn je. Unter Teilnahme zahlreicher interessierter Kunstfreunde wurde gestern Abend die „ARTLINE reloaded“ eröffnet. 26 Künstlerinnen und Künstler stellen in den nächsten Vier Wochen in heimischen Geschäften und Institutionen aus. Und ganz so wie in den Kindertagen der ARTLINE Borken lautet das Motto wieder: Eine Stadt wird zur Galerie.

Initiatorin Gerda Siebelt zeigte sich gestern Abend bei der Eröffnung im Innenhof ihrer Galerie Open Art erfreut über die starke Resonanz, die das „wieder wachgeküsste“ Projekt in der Stadt gefunden hat. „Exakt vor 30 Jahren, am 29.9.1990, um 20 Uhr wurde die Galerie gegründet. Aber weil wir wegen Corona nicht feiern können, kam ich auf die Idee, wieder eine ARTLINE zu veranstalten“, so Siebelt, die unter anderem ihren Mitgründer Johnny te Baay begrüßen konnte. Der hatte im Innenhof einen großen, um 360 Grad drehbaren Metallbaum errichtet, an dem nun 30 Solarleuten aufgehängt wurden. Die Leuchten stammen vom weltbekannten Künstler Olafur Eliasson, der sie insbesondere für den Einsatz in den stromlosen Dörfern Afrikas entwickelt hat.

Gerda Siebelt: „Eigentlich wollte ich nie wieder eine ARTLINE veranstalten, aber Corona macht alles anders.“ Die Zusammenarbeit mit Künstlern, Geschäftsleuten und diversen Unterstützern habe „richtig Spaß und Freude“ gemacht. Alle angefragten Geschäftsleute wie auch die Künstler hätten gleich zugesagt. „Manche Künstler begleiten mich auch schon 30 Jahre“, so Siebelt, die auch eine Botschaft in die Stadt sandte: „Ich hoffe wir machen ganz viel gemeinsam, zusammen mit der Stadt. Imi Knoebel ist eine supertolle Ausstellung, ist ein supertoller Künstler. Und ich denke einfach, je mehr Kunst in Borken, desto besser.“

Während Trompeter Alexander Wallstein aus Köln für zarte Hintergrundmusik sorgte, konnten die Besucher des Abends danach in begrenzter Anzahl durch die Galerie schweifen und bereits einen guten Querschnitt der Kunst betrachten, die in den nächsten Wochen an 30 Orten in der Stadt zu sehen ist. Dazu zählen übrigens auch die Redaktionsräume der HALLO an der Ecke Ramsdorfer Postweg/Landwehr (ehemals Discothek Oakland). Hier stellt der Maler Frank Jakob Esser Bilder von Vögeln aus, die durch ihre menschlichen Züge den Betrachter zum Schmunzeln anregen. (kre)