Mit Fördergeldern des Bundes sollen etwa alte Wasserschäden und inaktiver Schimmelbefall behandelt werden. Hier eine Akte der Nünning-Armenkommission aus den Jahren 1727-1732. Foto: pd

BORKEN. Den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadtprotokollen, Stadt- und Armenrechnungen, Schatzungsregistern und Rechtsakten der Stadt Borken sind die Folgen einer jahrhundertelangen Aufbewahrung in Truhen und Schränken anzusehen. Um die vielfältigen Schäden – darunter Tintenfraß, Mäusefraß und inaktive Schimmelbelastung – fachgerecht behandeln zu lassen und die Archivalien dauerhaft zu erhalten, bekommt das Stadtarchiv von der Berliner Koordinierungsstelle für den Erhalt schriftlichen Kulturgutes (KEK) noch in diesem Jahr eine 50-prozentige Förderung der Restaurierungskosten von geschätzten 34.000 Euro. Die Fördergelder selbst kommen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Kulturstiftung der Länder.

Damit erhält das Stadtarchiv bereits das zweite Jahr in Folge eine KEK-Förderung. Im vergangenen Jahr sind bereits 1.100 Archivalien massenentsäuert worden, außerdem hat ein Fachrestaurator größere Archivbestände auf Schäden und Restaurierungserfordernisse untersucht.

“Mit der Restaurierung des ältesten, bis 1815 reichenden Aktenbestandes beginnen wir nun mit der Umsetzung der Empfehlungen”, erläutert Diplom-Archivar Thomas Hacker, der die Maßnahmen koordiniert. Voraussichtlich Mitte November 2021 werden die rund 260 Archivalien wieder uneingeschränkt einsehbar sein. Die Restaurierung des Bestandes “Stadt Borken A” ist auch deshalb von besonderer Relevanz, weil die Archivalien für die Erarbeitung einer Stadtgeschichte zur 800-Jahrfeier im Jahr 2025/26 benötigt werden. Diese wird von Archivleiter Dr. Norbert Fasse und Prof. Dr. Hiram Kümper von der Universität Mannheim konzipiert. (pd/kre)