Familie Dowe ist als einer der ersten von insgesamt 182 Haushalten im Heidener Außenbereich an das Glasfasernetz angeschlossen worden. Beim Ortstermin im Heidener Reitweg (v.l.): Nils Waning (Epcan/WGG), Maike Deelmann (Gemeinde Heiden), Johannes Dowe (Hausherr), Thomas Abels (Stadtwerke Borken/WGG) und Patrick Nettels (Muenet/WGG). Foto: pd

HEIDEN. Familie Dowe hat es seit Freitag: Als einer der ersten von insgesamt 182 Haushalten im Heidener Außenbereich ist ihr Haus am Reitweg an das Glasfasernetz angeschlossen worden. „Ab sofort können wir alle vom schnellen Internet profitieren“, freut sich Hausherr Johannes Dowe. Der Geschäftsführer des Textil-Unternehmens Wülfing aus Borken hält den Anschluss an das Netz der Zukunft für sehr wichtig: „Es ist essentiell und zwar für alle Bürger.“ Bereits im nächsten Frühjahr sollen die anderen Haushalte im Außenbereich an das leistungsstarke Glasfasernetz angebunden sein.

Es ist die Gemeinde Heiden, die in Zusammenarbeit mit der Westmünsterland Glasfasergesellschaft mbH (WGG), einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Borken sowie den Unternehmen Epcan aus Vreden und Muenet aus Rosendahl den Ausbau des Glasfasernetzes vorantreibt und dabei rund 170 000 Meter Glasfaserkabel für eine leistungsstarke Glasfaser-Infrastruktur verlegen lässt. „Mit dieser vom Land geförderten Maßnahme in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro machen wir Heiden als Wohn- und Arbeitsort deutlich attraktiver“, ist sich Maike Deelmann, Wirtschaftsförderin der Gemeinde Heiden im Kreis Borken sicher.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wird es immer wichtiger, von zu Hause aus arbeiten zu können. Das meint auch Thomas Abels, Geschäftsführer der Westmünsterland Glasfasergesellschaft mbH: „Der Anteil derjenigen, die an mehreren Tagen in der Woche oder sogar ständig im Home-Office arbeiten, steigt stetig“, sagt der Glasfaser-Experte, der sich vorstellen kann, dass der Anteil noch größer wird: „Home-Office wird zur neuen Normalität gehören.“ Leonie und Sina Dowe, die beiden Töchter der Heidener Familie, können diesen Eindruck nur bestätigen: Für die Zahnmedizinstudentin und die angehende Lehrerin findet das Studium zu Hause statt. Präsenzveranstaltungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Stattdessen finden die Vorlesungen und Seminare mit Zoom, Skype oder anderen Web-Meeting-Formaten statt.

Während die Haushalte im Außenbereich der Gemeinde Heiden bis zum nächsten Frühjahr in den Genuss der neuen Glasfaserinfrastruktur kommen, soll nun auch der Innenbereich von Heiden davon profitieren. „Nach dem Land ist nun das Dorf an der Reihe“, wünscht sich Wirtschaftsförderin Maike Deelmann, dass sich noch mehr Bürgerinnen und Bürger für einen Anschluss an das neue Netz entscheiden. Dazu müssen 40 Prozent aller rund 2.500 anschließbaren Haushalte im Ortskern einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet haben. „Das sind 1000 Verträge“, rechnet Patrick Nettels von Muenet vor, „ist diese Zahl erreicht, können wir das Netz eigenwirtschaftlich und ohne Fördermittel ausbauen. Der Baustart soll dann im ersten Quartal 2021 erfolgen.“

Da die Quote bislang erst bei 36 Prozent liegt, verlängert die Westmünsterland Glasfasergesellschaft mbH die Bündelungsphase bis zum 6. November und wird am 29. Oktober und am 03. November zwei zusätzliche Infotermine im Haus der Begegnung an der Velener Straße 29 -jeweils in der Zeit zwischen 14 bis 18 Uhr- anbieten. „Unser Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern Heidens die Chance auf eine zukunftsfähige Internetanbindung zu ermöglichen“, sagt Nils Waning von der Firma Epcan. „Durch den Ausbau des Ortskerns schaffen wir eine flächendeckende Infrastruktur und können sowohl den Außen- als auch den Innenbereich Heidens mit Glasfaser versorgen.“ (pd/kre)