Sven Hamann (l.), Marc Radomski (2.v.l.) und Lucia Schroer von der Vesuvius GmbH aus Borken überreichten jetzt Desinfektionsmittel an Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing. Foto. E. Kremer

Borken. Eigentlich sind sie bekannt für chemisch-metallurgische Erzeugnisse. Doch in Hengelo (NL) produziert die Firma Vesuvius auch flüssige Beschichtungen für Gießereiformen und -kerne. Als die Corona-Pandemie ihre ersten Ausmaße erahnen ließ, stellte das Werk einen Teil seiner Produktion um – auf Desinfektionsmittel für die Hände. 1000 Liter spendete sie jetzt der Stadt Borken. Sie sollen in den Grund- und weiterführenden Schulen zum Einsatz kommen, um die Übertragung des Coronavirus einzudämmen.

Werksleiter Marc Radomski erläuterte beim heutigen Presseternin vor dem Rathaus den Hintergrund. „Wir sind ein chemisches Unternehmen. Da lag es nahe, das Desinfektionsmittel selber herzustellen“. Also habe man am 26. März die Produktion aufgenommen – insgesamt 2500 Liter, die zunächst für die Versorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den eigenen fünf Werken in Deutschland und den Niederlanden gedacht gewesen seien, berichtete Sven Hamann, der als Entwicklungsleiter in den Werken Borken und Hengelo tätig ist.

Das von der WHO freigegebene Rezept für das Mittel enthält hauptsächlich Ethanol und Glycerin. „Die Bestandteile sind alle frei verkäuflich. Glycerin gibt es zum Beispiel in der Apotheke. Man könnte es also auch selber anmischen – allerdings nicht in so großen Mengen“, sagte Marc Radomski auf Nachfrage.

Bürgermeisterin Mechthild Schulze Hessing freute sich über die erste Charge von 500 Litern, eine zweite in gleicher Größe folgt in Kürze „Diese Spende ist ein echtes Zeichen der Solidarität“, lobte sie und bedankte sich bei den Spendern. Zwar seien die Schulen derzeit bestmöglich ausgestattet. „Aber wir wissen nicht, wie lange die Krise dauert. Und sukzessive werde auch der Schulbetrieb ausgeweitet. Da sei das Desinfektionsmittel sehr willkommen. Das städtische Gebäudemanagement werde die 10-Liter-Kanister auf die Schulen verteilen.

„Wir als Vesuvius GmbH sehen mit großer Hochachtung den enormen und unermüdlichen Einsatz, mit dem die Stadt Borken, Vereine, freiwillige Helfer, Ehrenamtliche und viele weitere Menschen unter diesen besonderen Umständen ihren Beitrag leisten. Daher haben wir auch dem DRK Borken 500 Liter zugesagt“, sagte Lucia Schroer, Personalleiterin bei Vesuvius. Damit seien die Kapazitäten allerdings erschöpft. (kre)